Der Innenraum der Ludwigskirche
Der Innenraum

Der Innenraum |
Der Innenraum der Ludwigskirche ist sehr hell und wird vom Licht durchdrungen, als sollte damit gezeigt werden:
"Bei Gott kommt alles ins richtige Licht ! Gott selbst ist das Licht !"
Durch den Osteingang in die Kirche kommend, steht man zunächst einmal vor vier Frauen, die einem den Rücken zu wenden. Sie sind leicht nach vorne gebeugt und scheinen sich zur Mitte des Kirchenraumes hinzubewegen. Optisch wird die Illusion vermittelt, als ob sie die Empore auf Ihren Rücken und Nacken trügen.
Der klar gegliederte Raum wirkt wie ein schöner und großer Festsaal.
Wenden wir uns kurz dem Altar und der Kanzel zu. Es fällt auf, daß beide fast in der Mitte des Raumes stehen. Alle Gottesdienstbesucher können sich um Altar und Kanzel herum aufhalten.
Vorwärtsgehend wird die Aufmerksamkeit mit jedem Schritt auf weitere herrliche Objekte gezogen, wie z.B. die Orgel .
Vier große Säilen umgrenzen ein Quadrat. Die Höhe der Säulen entspricht dem Seitenabstand und somit entsteht ein Würfel. Über dem Würfel sehen wir ein großes Viereck, ein "Quadrum", über dem sich ein Gewölbe aufbaut. Im übertragenem Sinne wird der Himmel, der sich über Gottes Schöpfung wölbt, über den Altarraum gesetzt.
Der Altar - Die Kanzel

Altar und Kanzel |
Auf dem Altar wurden die Taufschale und das Abendmahlsgerät (Kelch, Kanne und Brotschale) aufgestellt.
Links und rechts am Altar befinden sich zwei Karyatiden, wobei die linke Karyatide die beiden Sakramente "Taufe" und "Abendmahl" repräsentiert und die rechte Karyatide für die "Verkündigung" steht. Damit wird ausgedrückt, daß das Wort und das Sakrament gleichwertig sind.
Der Altar hat die Form eines Sakrophages, also eines Sarges, in den Tote gebettet werden. Wenn hier an den Tod erinnert wird, dann soll einzig und allein an das Leiden und Sterben Jesu Christi und schließlich an seine Auferstehung erinnert werden.
Im Gegensatz zu den katholischen Kirchen, befindet sich der Altar hier fast in der Mitte der Kirche, ja sogar noch ein wenig westlich versetzt. Damit soll gezeigt werden, daß die evangelische Kirche im übertragenden Sinne von den alten Werten abrückt.
Im Gottesdienst der evangelischen Kirche nimmt die Predigt den meisten Raum ein. Das wird dadurch unterstrichen, das die Kanzel vom Volumen her wesentlich größer als der Altar ist.
Damit der Prediger besser im ganzen Raum gehört werden kann, ist die Kanzel erhöht.
Vorhänge, Kanzelhut und Tür wirken als Schalldeckel und Schallverstärker.
Die Orgel

Die Orgel |
Wenn wir uns die Orgel genauer anschauen, dann erkennen wir neben den Halbrund- und Spitztürmchen der Orgelpfeifen "harfenfelder" an beiden Seiten. Und diese sind mit sehr vielem Schnitzwerk dekoriert, das unseren Blick zum Stuckwerk lenkt.
Man erkennt worauf hier hingewiesen werden soll:
"Und auf einmal war bei dem Engel die Menge des himmlichen Heeres, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter den Menschen, an denen Gott ein Wohlgefallen hat."
Hierdurch wird auch der Stellenwert der Musik in der Kirche bestimmt:
Aufgabe der Kirchenmusik ist es, Gott zu loben und nicht etwa, auf Selbstzweck oder gar auf Anerkennung oder Applaus bedacht zu sein.
Die Orgel ist die Königin der Instrumente. In ihr vereinigen sich viele andere Instrumente:
Harfen, Zimbeln, Posaunen, Trompeten, Fagott, Violen, Kontrabaß, Flöten und viele andere mehr.
Für jede Ton und Klangfarbe gibt es ein einzelnes Register und für jeden Ton wurde eine Orgelpfeife gebaut. Sie erklingt sowohl mit dem zarten Klang der Einzelstimmen, als auch im Zusammenspiel aller Register im Tutti.
Die Orgel gilt als das Symbol der Schöpfung und hat vielfältige Aufgaben. Sie eröffnet und beschließt den Gottesdienst mit Vor- und Nachspiel, sie begleitet den Gesang der Gemeinde und ermuntert zum Mitsingen.
Der Lobpreis Gottes ist ihre eigentliche Aufgabe, und so steht sie hier auf der Empore, sozusagen zwischen Himmel und Erde, und symbolisiert durch Ihre Anordnung im Raum den möglichen Zugang zu Gott.
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